● LIVEECB RATE 2.4%·EUR/USD 1.1539·EUR/GBP 0.8558·BRUSSELS 20°C — OVERCAST·VON DER LEYEN WILL WETTBEWERBSFÄHIGKEIT MIT EUROPÄISCHER STRATEGISCHER AUTONOMIE VERKNÜPFEN·KI-GENERIERTE INHALTE ÜBERSCHWEMMEN DAS NETZ UND TREIBEN GRASSROOTS-ANTI‑BOT‑TOOLS VORAN·HITZEWELLEN SCHWÄCHEN KONZENTRATION UND WOHLBEFINDEN IN EUROPA, SAGEN WISSENSCHAFTLER·EUROPÄISCHE STÄDTE MACHEN ÖFFENTLICHE BÄUME ZU KOSTENLOSEM ESSEN FÜR DIE BEWOHNER·KI DOMINIERT DAS NETZ, NUTZER SUCHEN NACH WEGEN, MENSCHLICHE INHALTE ZU SCHÜTZEN·ESSBARE STADT: WIE BÜRGER OBST VON ÖFFENTLICHEN BÄUMEN ERNTEN UND WAS DAS FÜR EUROPA BEDEUTET·WOCHE 38 · VOL. XV · N°259·● LIVEECB RATE 2.4%·EUR/USD 1.1539·EUR/GBP 0.8558·BRUSSELS 20°C — OVERCAST·VON DER LEYEN WILL WETTBEWERBSFÄHIGKEIT MIT EUROPÄISCHER STRATEGISCHER AUTONOMIE VERKNÜPFEN·KI-GENERIERTE INHALTE ÜBERSCHWEMMEN DAS NETZ UND TREIBEN GRASSROOTS-ANTI‑BOT‑TOOLS VORAN·HITZEWELLEN SCHWÄCHEN KONZENTRATION UND WOHLBEFINDEN IN EUROPA, SAGEN WISSENSCHAFTLER·EUROPÄISCHE STÄDTE MACHEN ÖFFENTLICHE BÄUME ZU KOSTENLOSEM ESSEN FÜR DIE BEWOHNER·KI DOMINIERT DAS NETZ, NUTZER SUCHEN NACH WEGEN, MENSCHLICHE INHALTE ZU SCHÜTZEN·ESSBARE STADT: WIE BÜRGER OBST VON ÖFFENTLICHEN BÄUMEN ERNTEN UND WAS DAS FÜR EUROPA BEDEUTET·WOCHE 38 · VOL. XV · N°259·
Brüssel · Gegr. 2012
Unabhängiger europäischer Journalismus

Unionpress

Vol. XV · N°259
Mittwoch, 16. September 2026
Start/Europa/die-jungen-kyjiw-bats-helfen-beim-wiederaufbau-der-ukrainischen-hauptstadt
Europa31. Juli 2026

Freiwillige schließen Lücken nach tödlichem Raketenangriff auf Wohnblock in Kiew

Nach dem verheerenden Raketenbeschuss eines neunstöckigen Wohngebäudes in Kiew mobilisierten staatliche Rettungskräfte und zahlreiche Freiwillige sofort Hilfe für die Opfer.

Freiwillige schließen Lücken nach tödlichem Raketenangriff auf Wohnblock in Kiew

In den frühen Morgenstunden des 14. Mai traf eine russische X‑101‑Rakete einen neunstöckigen Wohnblock im Kiewer Stadtteil Darnytskyi. Die Explosion zerschlug Fenster, riss Fassaden ein und ließ das gesamte Gebäude bis zum Keller einstürzen. Vierundzwanzig Menschen kamen ums Leben, darunter drei Kinder.

Staatliche Dienste und spontane Freiwillige

Einsatzkräfte der nationalen Katastrophenhilfsagentur und der Stadt begannen sofort mit der Rettung der Verletzten. Gleichzeitig bildete sich eine Welle von Freiwilligengruppen, die die dringendsten Bedürfnisse deckten, die offizielle Helfer nicht sofort erfüllen konnten.

Eine der aktivsten Organisationen ist Kyiv Bats, ein zivilgesellschaftliches Notfallteam, das sich auf das provisorische Verschließen zerbrochener Fenster und das Entfernen von Trümmern spezialisiert hat. Am Tag des Angriffs kamen etwa siebzig junge Freiwillige zum Einsatzort. Sie sammelten Glasscherben, verpackten sie in robuste Säcke und nagelten provisorische Sperrholzplatten über die zerbrochenen Öffnungen. Die dafür nötigen Materialien stellte ein lokales Unternehmen bereit, das in den letzten Monaten regelmäßig Baumaterialien für Wiederaufbauprojekte gespendet hat.

Berichte vom Geschehen

Maryna Kartasch, die allein in einer Wohnung am Eingang des beschädigten Blocks lebte, rief Kyiv Bats um Hilfe. Ein Team aus zwei jungen Männern und einer Vorarbeiterin betrat ihre Wohnung, sammelte das zerbrochene Glas, verstaute es und befestigte Sperrholzplatten, sodass die Wohnung zumindest vor Witterungseinflüssen geschützt war.

Unter den Freiwilligen ist die 18‑jährige Mura, die seit über einem Jahr bei Kyiv Bats mitarbeitet. Sie erklärte ihre Motivation: "Ich kann hier wenigstens ein bisschen helfen. Selbst wenn es nur darum geht, ein Brett zu tragen, ich helfe, das ist gut fürs Karma". Am Tag des Angriffs arbeitete sie bereits an ihrer dritten Wohnung.

Ein weiterer 18‑jähriger Freiwilliger, Artem, koordinierte ein separates Team, das die Fenster einer Nachbarwohnung sicherte. Er trat der Gruppe bei, nachdem ein Angriff nur 300 Meter von seinem eigenen Haus entfernt gelandet war.

Serhiy Shakhray, ein 26‑jähriger Kriegsveteran, der gegenüber dem zerstörten Gebäude wohnt, lag um 04:00 Uhr noch im Bett, als die Rakete einschlug. Er griff nach seinem eigenen Erste‑Hilfe‑Set, sprang aus dem Bett und begann, Menschen aus den Trümmern zu ziehen. In den nächsten dreizehn Stunden half er, mehrere Familien zu evakuieren, darunter ein dreijähriges Mädchen mit Zerebralparese, das nach dem Einsturz einer Treppenplattform im dritten Stock feststeckte. Er rettete zudem einen älteren Mann aus einer Nachbarwohnung, befreite eine Frau, die 1,5‑2 Meter tief unter Trümmern begraben war, und erreichte sie trotz Flammen. Als professionelle Rettungsteams eintrafen, hatte Serhiy bereits eine Familie aus einer brennenden Wohnung gerettet und einen lokalen Eishockeyspieler gefunden, der von einer Betonscheibe zerquetscht worden war. Später räumte er Platz für einen Kran, der schwere Geräte anbringen sollte. Er reflektierte: "Am Anfang war es reines Adrenalin, und danach nur noch moralische Entschlossenheit". Er sagte, er habe einen Eid geschworen, das ukrainische Volk zu verteidigen und zu unterstützen, und dass die gezeigte Solidarität seinen Glauben an die Widerstandskraft der Nation wiederhergestellt habe.

Folgen für die europäische Unterstützung

Die Arbeit von Kyiv Bats zeigt, wie lokale Initiativen Lücken schließen können, die staatliche Strukturen allein nicht füllen. Für europäische Regierungen und Institutionen unterstreicht das Beispiel die Notwendigkeit gezielter finanzieller und logistischer Hilfe, um solche Gruppen zu stärken, etwa durch Fördermittel für Baumaterialien und Schutzausrüstung, die die Abhängigkeit von provisorischen Lösungen wie Sperrholzfenstern reduzieren, die Energieverbrauch erhöhen und Gesundheitsrisiken bergen.

Die Europäische Kommission hat die Ausweitung von humanitären Hilfspaketen angekündigt, doch Experten argumentieren, dass dedizierte Finanzierung für basisnahe Wiederaufbauprojekte unerlässlich ist. Gewerkschaften in mehreren EU‑Mitgliedstaaten nutzen den Vorfall, um für ein stärker koordiniertes europäisches Katastrophenhilfsrahmenwerk und flexiblere Arbeitszeitregelungen zu plädieren, damit Menschen, die normalerweise Vollzeit arbeiten, weiterhin freiwillig helfen können, ohne ihr Einkommen zu gefährden.

Der Enthusiasmus der jungen Kiewer Freiwilligen, zusammengefasst in dem Satz "Wenn nicht wir, wer dann?", könnte als Vorbild für europäische Jugendbewegungen dienen, die sich für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit oder Flüchtlingshilfe einsetzen.

Während Kiew weiterhin mit den physischen und psychischen Folgen des Angriffs ringt, bleibt die kombinierte Anstrengung von staatlichen Einsatzkräften, internationaler Hilfe und lokalen Freiwilligen ein Grundpfeiler des Wiederaufbaus und ein Zeugnis für die Widerstandsfähigkeit seiner Bürger.

■ ENDEEuropa© UnionPress 2026