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Vol. XV · N°259
Mittwoch, 16. September 2026
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Kultur14. Juli 2026

EU plant Gesetz, das soziale Medien für Kinder unter 13 verbietet

Die Europäische Kommission arbeitet an einem Gesetzentwurf, der den Zugang zu sozialen Netzwerken für Kinder unter 13 Jahren in der gesamten Union untersagen soll.

EU plant Gesetz, das soziale Medien für Kinder unter 13 verbietet

Die Europäische Kommission bereitet einen Gesetzesvorschlag vor, der Kindern unter 13 Jahren den Zugang zu gängigen sozialen Medien in der gesamten Union verbieten würde. Der Entwurf, der voraussichtlich im Herbst vorgelegt wird, würde der Kommission Befugnisse geben, nicht konforme Plattformen mit bis zu 6 % ihres weltweiten Umsatzes zu bestrafen, das gleiche Strafmaß wie im Digital Services Act.

Öffentliche Meinung und Expertenrat

Eine vom Eurobarometer im Auftrag der Kommission am 13. Juli veröffentlichte Umfrage zeigte, dass eine klare Mehrheit der Befragten in der EU die Nutzung sozialer Medien durch Kinder als Risiko ansieht. Mehr als 70 % äußerten Bedenken hinsichtlich psychischer Gesundheitsfolgen und der Gefahr, ungeeigneten Inhalten ausgesetzt zu werden.

Ein Gremium von Digital‑Policy‑Experten hat ein einheitliches Mindestalter von 13 Jahren für alle sozialen Netzwerke und Video‑Sharing‑Plattformen, einschließlich YouTube, empfohlen. Das Panel warnte, dass Altersgrenzen allein das Problem nicht lösen würden, und forderte die Neugestaltung von Endlos‑Scroll‑Funktionen, die Begrenzung algorithmischer Förderung schädlicher Inhalte, altersgerechte Voreinstellungen und die Entwicklung datenschutzfreundlicher Verifikationsmethoden.

Aktuelle nationale Regelungen

Frankreich und Spanien verlangen bereits ein Mindestalter von 16 Jahren, während Griechenland die Grenze bei 15 Jahren setzt. Die meisten anderen EU‑Mitgliedstaaten haben keine gesetzliche Altersbeschränkung für den Zugang zu sozialen Medien.

Verifikationstechnologie und Sicherheit

Die Kommission hat eine Identitäts‑Verifikations‑App pilotiert, die eine einfache Ja‑/Nein‑Antwort liefert, ob ein Nutzer das Alter erfüllt, ohne persönliche Daten zu speichern. Sicherheitsexperten haben frühzeitig Schwachstellen in der Verifikations‑App identifiziert.

Die Koalition European Digital Rights (EDRi) hat ein unabhängiges Gremium gefordert, das Verifikations‑Tools prüft und minimale Datenerhebung sowie Löschung sicherstellt. Die Kommission hat zugesagt, mit den Mitgliedstaaten zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass jedes Verifikationssystem den Anforderungen der DSGVO entspricht.

Politischer und legislativer Zeitplan

Die Ausschüsse des Europäischen Parlaments haben ihre Unterstützung für ein Mindestalter von 13 Jahren signalisiert. Wird der Entwurf im September eingebracht, muss er sowohl vom Europäischen Parlament als auch vom Rat genehmigt werden, bevor er Gesetz wird. Eine Abstimmung könnte noch vor Jahresende stattfinden, wobei die Regelungen ab 2025 in Kraft treten sollen.

Reaktionen aus Wirtschaft und Interessengruppen

Gewerkschaften, die Tech‑ und Werbearbeiter vertreten, warnen, dass abrupte regulatorische Änderungen zu Stellenabbau führen könnten. Verbraucher‑rechtsgruppen behaupten, die Maßnahme könnte die Nachfrage nach sichereren, bildungsorientierten digitalen Diensten für Kinder ankurbeln.

Die Europäische Investitionsbank hat signalisiert, dass sie Projekte finanzieren könnte, die datenschutz‑first‑Verifikations‑Tools entwickeln. Der Interactive Software Federation of Europe argumentiert, dass ein einheitliches EU‑Weites Alterslimit die Einhaltung für Plattformen erleichtern könnte.

Estland äußerte Bedenken hinsichtlich der Praktikabilität von Altersverifikationen für jüngere Kinder, während Italien argumentiert, dass die Festlegung des Limits auf 13 Jahre viele Jugendliche in die Nutzung illegaler Dienste treiben könnte.

Regierungs­aussagen

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: "Genau wie wir Kindern keinen Autoschlüssel geben, bevor sie einen Führerschein haben, oder ihnen den Alkoholkauf vor dem gesetzlichen Mindestalter erlauben, müssen wir eine klare Schwelle für den Zugang zu sozialen Medien setzen."

Frankreich und Spanien haben Strafen für Plattformen eingeführt, die Altersprüfungen nicht durchsetzen, wobei die Durchsetzung bislang inkonsistent war.

Die EU‑weite Regelung soll Eltern einen klaren rechtlichen Rahmen bieten und Plattformen daran hindern, Lücken in den nationalen Vorschriften auszunutzen.

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