● LIVEECB RATE 2.4%·EUR/USD 1.1539·EUR/GBP 0.8558·BRUSSELS 20°C — OVERCAST·VON DER LEYEN WILL WETTBEWERBSFÄHIGKEIT MIT EUROPÄISCHER STRATEGISCHER AUTONOMIE VERKNÜPFEN·KI-GENERIERTE INHALTE ÜBERSCHWEMMEN DAS NETZ UND TREIBEN GRASSROOTS-ANTI‑BOT‑TOOLS VORAN·HITZEWELLEN SCHWÄCHEN KONZENTRATION UND WOHLBEFINDEN IN EUROPA, SAGEN WISSENSCHAFTLER·EUROPÄISCHE STÄDTE MACHEN ÖFFENTLICHE BÄUME ZU KOSTENLOSEM ESSEN FÜR DIE BEWOHNER·KI DOMINIERT DAS NETZ, NUTZER SUCHEN NACH WEGEN, MENSCHLICHE INHALTE ZU SCHÜTZEN·ESSBARE STADT: WIE BÜRGER OBST VON ÖFFENTLICHEN BÄUMEN ERNTEN UND WAS DAS FÜR EUROPA BEDEUTET·WOCHE 38 · VOL. XV · N°259·● LIVEECB RATE 2.4%·EUR/USD 1.1539·EUR/GBP 0.8558·BRUSSELS 20°C — OVERCAST·VON DER LEYEN WILL WETTBEWERBSFÄHIGKEIT MIT EUROPÄISCHER STRATEGISCHER AUTONOMIE VERKNÜPFEN·KI-GENERIERTE INHALTE ÜBERSCHWEMMEN DAS NETZ UND TREIBEN GRASSROOTS-ANTI‑BOT‑TOOLS VORAN·HITZEWELLEN SCHWÄCHEN KONZENTRATION UND WOHLBEFINDEN IN EUROPA, SAGEN WISSENSCHAFTLER·EUROPÄISCHE STÄDTE MACHEN ÖFFENTLICHE BÄUME ZU KOSTENLOSEM ESSEN FÜR DIE BEWOHNER·KI DOMINIERT DAS NETZ, NUTZER SUCHEN NACH WEGEN, MENSCHLICHE INHALTE ZU SCHÜTZEN·ESSBARE STADT: WIE BÜRGER OBST VON ÖFFENTLICHEN BÄUMEN ERNTEN UND WAS DAS FÜR EUROPA BEDEUTET·WOCHE 38 · VOL. XV · N°259·
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Unionpress

Vol. XV · N°259
Mittwoch, 16. September 2026
Start/Europa/ffentliche-forschungsf-rderung-wird-zum-profit-f-r-wenige-kommerzielle-verlage-eu-pr-ft-eingreifen
Europa17. August 2026

Öffentliche Forschungsförderung wird zum Profit für wenige kommerzielle Verlage, EU prüft Eingreifen

Steigende Gewinne großer Fachverlage aus staatlich finanziierter Wissenschaft wecken in Europa Kritik an doppelter Belastung der Steuerzahler.

Öffentliche Forschungsförderung wird zum Profit für wenige kommerzielle Verlage, EU prüft Eingreifen

Öffentliche Forschungszuschüsse von nationalen Agenturen und EU‑Programmen werden zunehmend zu Profit für eine Handvoll kommerzieller Fachverlage. Die Situation löst in ganz Europa eine Debatte über die Kosten wissenschaftlichen Wissens und die Fairness eines Systems aus, in dem die Öffentlichkeit zweimal zahlt, zuerst über Steuern, die die Forschung finanzieren, und dann über Gebühren für den Zugriff auf die Ergebnisse.

Wie die Verlagskette funktioniert

Wissenschaftler, die Fördermittel erhalten, bereiten Manuskripte vor und reichen sie bei peer‑reviewten Fachzeitschriften ein. Unternehmen wie Elsevier, Springer Nature und Wiley organisieren den Peer‑Review‑Prozess und veröffentlichen die Artikel, wobei sie entweder den Lesern oder den Autoren den Zugang berechnen.

Abonnementmodell und seine Auswirkungen auf Bibliotheken

Im traditionellen Abonnementmodell müssen Institutionen Lizenzen erwerben, häufig als Paket, das viele Zeitschriften umfasst. Ein einzelner Artikel aus einer Springer‑Nature‑Zeitschrift kostet demnach etwa 35 €, und Forschende benötigen jährlich Hunderte von Artikeln, was die Ausgaben der Bibliotheken in die Höhe treibt. Die European University Association schätzt, dass die Abonnementgebühren für die großen Verlage in Europa mehr als 1 Milliarde € pro Jahr betragen.

Open‑Access‑Gebühren und die Belastung der Autoren

Das Open‑Access‑Modell macht Artikel frei lesbar, verlagert jedoch die Kosten auf die Autoren oder deren Institutionen über Article Processing Charges (APCs). APCs für hochrangige Zeitschriften wie Nature können bis zu 10 850 € pro Artikel betragen, ein Betrag, den viele Institutionen nur schwer tragen können.

Kritik an der aktuellen Ökonomie

Kritiker weisen darauf hin, dass der Großteil des Verlagsprozesses, Manuskriptvorbereitung, Formatierung und Peer Review, von Wissenschaftlern ohne zusätzliche Vergütung geleistet wird, während Verlage Gewinnspannen vorweisen, die mit großen Technologieunternehmen vergleichbar sind. Ein Sprecher der European Federation of Academies of Sciences and Humanities sagte: "Das aktuelle System belohnt Verlage, während die Öffentlichkeit doppelt zahlt, zuerst über Steuern, die die Forschung finanzieren, und dann über Gebühren, um die Ergebnisse zu lesen." Er fügte hinzu: "Wir brauchen ein Modell, bei dem die Kosten transparent sind und die Vorteile in der Forschungsgemeinschaft bleiben."

Auswirkungen auf kleinere Institutionen

Kleinere Universitäten in peripheren Regionen riskieren den Zugang zu neuer Forschung zu verlieren, wodurch die Kluft zwischen gut finanzierten und weniger ausgestatteten Einrichtungen weiter wächst.

Transformative Vereinbarungen

Nationale Forschungsräte, darunter Deutschlands DFG und Frankreichs CNRS, verhandeln transformative Vereinbarungen, die Abonnement‑ und Open‑Access‑Gebühren in einem einzigen Vertrag bündeln. Diese Abkommen sollen die steigenden Kosten begrenzen, führen jedoch gleichzeitig zu langfristigen Bindungen an dieselben kommerziellen Verlage.

Appell an gemeinnützige Alternativen

Wissenschaftler, Bibliothekare und mehrere europäische Gewerkschaften setzen sich für gemeinnützige Publikationsalternativen ein. Preprint‑Server wie arXiv und die europäische OpenAIRE‑Plattform ermöglichen Forschenden, Ergebnisse sofort und kostenlos zu teilen, ohne die traditionellen Zeitschriften zu nutzen. Einige rein Open‑Access‑Zeitschriften werden von Konsortien von Universitäten finanziert und erheben keine APCs, sondern stützen sich auf institutionelle Unterstützung.

Verteidigung der Verlage

Verlage argumentieren, dass ihre Dienstleistungen, das Management des Peer Reviews und die langfristige digitale Archivierung, einen Mehrwert schaffen, der ihre Gebühren rechtfertigt, und dass die Veröffentlichung in hochrangigen Zeitschriften die Chancen der Forschenden auf Fördermittel erhöht.

Reaktion der Europäischen Kommission

Die Europäische Kommission prüft den Horizon‑Europe‑Rahmen, um Open‑Access‑Publikationen zu fördern, ohne überhöhte APCs zu verursachen. Ein Entwurf einer Empfehlung sieht vor, APCs zu deckeln und die Nutzung institutioneller Repositorien zu stärken.

Breitere Implikationen

Das Thema ist eng verknüpft mit allgemeinen Bedenken hinsichtlich Transparenz, Fairness und dem gesellschaftlichen Return on Investment, wenn öffentlich geförderte Forschung nicht frei zugänglich ist. Die Konzentration der Verlagsmacht in wenigen multinationalen Unternehmen wirft wettbewerbsrechtliche Fragen auf, die im Rahmen einer breiteren EU‑Prüfung von Marktdominanz passen.

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