Ukrainische KI‑gesteuerte Drohnenangriffe schwächen russische Raffinerien und verschärfen Treibstoffkrise
Durch den Einsatz von KI‑unterstützten Drohnen haben ukrainische Streitkräfte mehrere große russische Ölraffinerien lahmgelegt, was die Wirtschaft der Hauptstadt weiter destabilisiert.

Ukrainische Streitkräfte setzen Drohnen ein, die mit künstlicher Intelligenz unterstützt werden, um russische Ölverarbeitungsanlagen anzugreifen, eine Fähigkeit, die bis vor kurzem ausschließlich Moskau vorbehalten war. Die Angriffe beschleunigen laut dem außenpolitischen Analysten Alexander Duleba den wirtschaftlichen Zusammenbruch der Hauptstadt.
KI‑gesteckte Drohnenkampagne
Die Kampagne begann Ende 2023 und intensivierte sich im Mai und Juni 2026, als sieben große Raffinerien außer Betrieb genommen wurden. Diese Anlagen verarbeiteten zusammen etwa 83 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr, rund 30 % der gesamten russischen Raffineriekapazität von 270 Millionen Tonnen an 38 Standorten.
Ein jüngster Angriff in der Nähe von Moskau traf einen Lagertank der Kapotnya‑Raffinerie, die zuvor etwa 40 % des Treibstoffs für die Hauptstadt und das Umland lieferte. Die Explosion riss den Tankdeckel ab und zwang die Raffinerie, den Betrieb einzustellen, wie Beamte bestätigten.
Die Delta‑Plattform, die auf Satellitenbildern, Open‑Source‑Intelligence und KI‑Modellen von Palantir basiert, kann laut Duleba verwundbare Infrastruktur lokalisieren, optimale Flugrouten planen und Daten in Echtzeit an Drohnencrews übermitteln. Ein kleines Team kann nun Ziele in 1 500 km Entfernung, etwa die Orsk‑Raffinerie, und sogar 2 000 km entfernt in Tyumen angreifen.
Treibstoffknappheit und Rationierung
Mehr als die Hälfte der russischen Föderationssubjekte haben Obergrenzen für das Betanken privater Autofahrer eingeführt, während die Behörden auf der Krim den Kraftstoffverkauf komplett eingestellt haben, obwohl die Halbinsel etwa 400 000 Touristen verzeichnet. Private Tankstellenbetreiber, die rund 40 % des Einzelhandelsmarktes ausmachen, haben ihre Betriebe geschlossen, nachdem die Großhandelspreise für Benzin um 35 % gestiegen waren, während der subventionierte Einzelhandelspreis nur um 6 % erhöht wurde.
Die Treibstoffrationierung begrenzt nun die wöchentliche Betankung von Haushalten, was zu langen Schlangen an Tankstellen in Moskau, Sankt Peterburg und im Ural führt. Lieferverzögerungen von Lastwagen wegen der Knappheit haben zu Engpässen in Supermarktregalen und höheren Lebensmittelpreisen geführt.
Wirtschaftliche Folgen
Die russischen Ölexporterlöse fielen in den ersten fünf Monaten 2026 um etwa 45 % gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025. Die Kreml‑„Dämpfer‑Regel", die Exportvolumen bei steigenden Weltpreisen begrenzt, hat mehr Öl zu niedrigeren Preisen in heimische Raffinerien gezwungen, und Sanktionen halten russisches Öl trotz des Preisaufschlags im Persischen Golf im Februar weiterhin im Markt zu Abschlägen.
Das Staatshaushaltsdefizit für die ersten fünf Monate 2026 lag bei rund sechs Billionen Rubel, etwa das Doppelte des Jahresziels von 3,6‑3,7 Billionen Rubel. Die Regierung leiht zu einem Leitzins der Zentralbank von 14,25 % und die Verteidigungsausgaben stiegen im gleichen Zeitraum um 17 %. Eine im Januar eingeführte Mehrwertsteuererhöhung hat die Gewinnspannen kleiner und mittlerer Unternehmen weiter gedrückt.
Eigentümer großer Ölkonzerne wie Rosneft, Lukoil und Tatneft sehen sich mit reduziertem Cashflow konfrontiert, weil weniger Rohöl verarbeitet und ein größerer Anteil zu Abschlägen verkauft wird. Regionale Behörden, die lokale Milizen finanzieren, leihen ebenfalls zu hohen Zinsen, was den nationalen Schuldenstand weiter belastet.
Internationale Reaktionen
Die Europäische Union hält Sanktionen gegen den russischen Energie‑ und Finanzsektor aufrecht. Einige EU‑Beamte haben ein begrenztes diplomatisches Gespräch mit Russland über Energiesicherheit und das Risiko eines umfassenderen wirtschaftlichen Zusammenbruchs vorgeschlagen, ein Ansatz, dem die Europäische Gewerkschafts‑Konföderation widerspricht. Ihr leitender Berater warnte, dass eine Entspannung des Drucks ein Regime normalisieren könnte, das bereits sein eigenes Volk in Not bringt und einen Konflikt finanziert, der die Sicherheit des Kontinents bedroht.
Inlandspolitische Lage
Politische Daten sind seit dem Stopp der Umfrageagentur VCIOM, die nach einer Befragung mit weniger als 30 % Unterstützung für den Präsidenten keine Ergebnisse mehr veröffentlichte, knapp. Gleichzeitig sind die notleidenden Kredite im russischen Bankensektor auf 12 % gestiegen, über dem als nachhaltig geltenden Schwellenwert von 10 %.
Die Kombination aus KI‑gesteuerten Drohnenangriffen, sinkenden Exporterlösen, steigenden Kreditkosten und immer knapper werdenden Treibstoffvorräten vertieft eine Krise, die die russische Wirtschaft weiter in den Abgrund zu treiben droht.
