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Vol. XV · N°259
Mittwoch, 16. September 2026
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Welt26. Juli 2026

USA und Israel intensivieren Kampagne zur Absetzung des ICC-Staatsanwalts Karim Khan

Washington und Jerusalem drängen auf die Entlassung des Internationalen Strafgerichtshofs wegen angeblichen Fehlverhaltens und politisch motivierter Haftbefehle.

USA und Israel intensivieren Kampagne zur Absetzung des ICC-Staatsanwalts Karim Khan

Washington und Jerusalem setzen sich dafür ein, dass der Internationale Strafgerichtshof (ICC) seinen Chefankläger Karim Khan wegen angeblichen Fehlverhaltens und politisch motivierter Haftbefehle entfernt.

Khan beantragt Haftbefehle

Khan, der das Büro des Staatsanwalts des ICC in Den Haag leitet, hat Anträge eingereicht, um Haftbefehle gegen den israelischen Premierminister Benjamin Netanyahu, den ehemaligen Verteidigungsminister Yoav Gallant und einen hochrangigen Hamas-Kommandanten zu erwirken. Diese Schritte haben diplomatischen Widerstand aus den USA und Israel ausgelöst, die argumentieren, dass die Haftbefehle ihre Führungsriegen und die nationale Sicherheit gefährden.

Während seiner Amtszeit hat Khan bereits Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin, den ehemaligen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte und hochrangige Taliban-Figuren angestrebt, was ein Muster der Verfolgung prominenter Politiker aufzeigt.

Warnungen aus den USA und Israel

Im April 2024 warnten US-Senatoren Khan, dass ein Haftbefehl gegen Netanyahu den Staatsanwalt politischer Vergeltung aussetzen könnte. Trotz dieser Warnung fuhr Khan mit den Anträgen fort, woraufhin die USA und Israel seine Entlassung forderten und behaupteten, die Vorwürfe beschädigten seine Glaubwürdigkeit.

Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens

Ein internes Justizgremium des ICC untersuchte Anschuldigungen, Khan habe sich sexuellen Fehlverhalten schuldig gemacht. Das Gremium kam zu dem Schluss, dass die Beweise nicht ausreichen, um ein Fehlverhalten nachzuweisen. Dennoch argumentieren die USA und Israel, dass die Vorwürfe, obwohl unbelegt, eine Entlassung rechtfertigen.

Geplante Abstimmung der Mitgliedstaaten

Die Mitgliedstaaten bereiten eine einzige Abstimmung vor, die sowohl die angeblichen schweren Verfehlungen als auch die Frage der Entlassung von Khan behandeln soll. Kritiker warnen, dass die Zusammenlegung beider Fragen eine Entlassung aufgrund unbelegter Behauptungen oder unzusammenhängender Verhaltensweisen, etwa einer einvernehmlichen Beziehung zu einem Untergebenen, ermöglichen könnte, ein Vorwurf, der bislang nicht erhoben wurde.

Politische Kampagne gegen den ICC

Am 13. Juli veröffentlichte US-Außenminister Marco Rubio einen Leitartikel in der Wall Street Journal mit dem Titel "Why We're Dismantling the International Criminal Court". Nach dem Artikel verhängte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen elf hochrangige ICC-Beamte, darunter Khan, zwei stellvertretende Staatsanwälte und acht Richter, sperrte deren Konten und blockierte den Zugang zu wichtigen Zahlungsplattformen. Rubio bezeichnete die Kampagne als Verteidigung der nationalen Souveränität gegen eine "globalistische Elite".

Die Financial Times berichtete, dass der ehemalige US-Präsident Donald Trump während eines Treffens im Mai mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping vorschlug, dass China und Russland sich den USA im Widerstand gegen den ICC anschließen sollten.

Europäische Reaktion

Alle EU-Mitgliedstaaten sind Vertragsparteien des Römischen Statuts, sodass der Status des ICC für die EU unmittelbar relevant ist. Der Europäische Auswärtige Dienst warnte, dass die Politisierung des Entfernungsprozesses einen gefährlichen Präzedenzfall für die Unabhängigkeit des Gerichts schaffen würde. Der Europäische Gewerkschaftsbund bezeichnete das angebliche Fehlverhalten als "Vorwand" und forderte den Schutz der rechtlichen Verantwortlichkeit. Die europäische Sektion von Amnesty International warnte, dass eine erfolgreiche Kampagne gegen Khan andere Staaten ermutigen könnte, die Zuständigkeit des ICC in zukünftigen Konflikten anzufechten.

Bevorstehende Abstimmung und mögliche Folgen

Die Versammlung der Vertragsparteien des ICC soll später in diesem Monat abstimmen. EU-Delegierte planen, für getrennte Abstimmungen zu den Fehlstands-Vorwürfen und zur Entlassung von Khan zu plädieren. Wird Khan nicht abgesetzt, erwarten die USA und Israel, den wirtschaftlichen und diplomatischen Druck aufrechtzuerhalten, möglicherweise weitere Sanktionen zu verhängen und rechtliche Anfechtungen zu verfolgen. Sollte Khan entlassen werden, muss der ICC einen Interimsstaatsanwalt einsetzen und eine neue Wahl organisieren, wobei Bedenken bestehen, dass derselbe politische Druck, der die aktuelle Kampagne antreibt, den Prozess beeinflussen könnte.

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