● LIVEECB RATE 2.65%·EUR/USD 1.1460·EUR/GBP 0.8588·BRUSSELS 20°C — CLEAR·RUSSISCHE OFFENSIVE UM DOBROPILLIA INTENSIVIERT SICH, WÄHREND DIE UKRAINE SICH AUF DEN HERBSTKAMPF VORBEREITET·ORBÁN KEHRT NACH UNGARN ZURÜCK, KRITISIERT NEUES KINDERSCHUTZGESETZ UND AMT FÜR VERMÖGENSRÜCKHOLUNG·EU WILL DATENSCHUTZSCHUTZ LOCKERN, WÄHREND ALGORITHMISCHE BEWERTUNG IN ALLTAG EINZIEHT·MERZ STEHT UNTER WACHSENDEM DRUCK, WÄHREND DIE AFD VOR DEN LANDTAGSWAHLEN IN DEUTSCHLAND ANZIEHT·MALTESISCHES GERICHT SPRICHT MUTMASSLICHEN DRAHTZIEHER IM MORD AN DAPHNE CARUANA GALIZIA FREI, EU‑WEITE EMPÖRUNG ENTBRENNT·VON DER LEYEN SKIZZIERT EU‑PRIORITÄTEN IN VERTEIDIGUNG, HANDEL UND KLIMA IN STRASSBURGER REDE·WOCHE 38 · VOL. XV · N°261·● LIVEECB RATE 2.65%·EUR/USD 1.1460·EUR/GBP 0.8588·BRUSSELS 20°C — CLEAR·RUSSISCHE OFFENSIVE UM DOBROPILLIA INTENSIVIERT SICH, WÄHREND DIE UKRAINE SICH AUF DEN HERBSTKAMPF VORBEREITET·ORBÁN KEHRT NACH UNGARN ZURÜCK, KRITISIERT NEUES KINDERSCHUTZGESETZ UND AMT FÜR VERMÖGENSRÜCKHOLUNG·EU WILL DATENSCHUTZSCHUTZ LOCKERN, WÄHREND ALGORITHMISCHE BEWERTUNG IN ALLTAG EINZIEHT·MERZ STEHT UNTER WACHSENDEM DRUCK, WÄHREND DIE AFD VOR DEN LANDTAGSWAHLEN IN DEUTSCHLAND ANZIEHT·MALTESISCHES GERICHT SPRICHT MUTMASSLICHEN DRAHTZIEHER IM MORD AN DAPHNE CARUANA GALIZIA FREI, EU‑WEITE EMPÖRUNG ENTBRENNT·VON DER LEYEN SKIZZIERT EU‑PRIORITÄTEN IN VERTEIDIGUNG, HANDEL UND KLIMA IN STRASSBURGER REDE·WOCHE 38 · VOL. XV · N°261·
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Politik17. September 2026

Orbán kehrt nach Ungarn zurück, kritisiert neues Kinderschutzgesetz und Amt für Vermögensrückholung

Viktor Orbán nutzt seine erste öffentliche Auftritt seit der Wahl im September, um die neue Tisza‑Regierung scharf anzugreifen.

Orbán kehrt nach Ungarn zurück, kritisiert neues Kinderschutzgesetz und Amt für Vermögensrückholung

Viktor Orbán trat am 12. September beim Jahreskongress der Fidesz in Kötcse auf, sein erster öffentlicher Auftritt seit der Wahl im April, und nutzte die Plattform, um die neu eingesetzte Tisza‑Regierung zu kritisieren.

Keine neuen Politikvorschläge, sondern Schuldzuweisungen

In einer Rede, die keine neuen politischen Initiativen enthielt, stellte der frühere Ministerpräsident die Regierung von Ministerpräsident Péter Magyar als ein koloniales Projekt dar, das von Brüssel, dem Netzwerk George Soros, EU‑Mitteln und multinationalen Konzernen gesteuert wird. Er wiederholte langjährige Vorwürfe, dass das Tisza‑Kabinet die Absicht habe, Ungarn zu einer "Kolonie" zu machen und die Wirtschaft an ausländische Interessen zu übergeben.

Kinderschutzgesetz ohne anti‑LGBT‑Formulierung

Am selben Tag präsentierte Magyar einen Bericht zum Stand des ungarischen Kinderschutzsystems. Zwei Tage später verabschiedete das Parlament eine Änderung, die eine Klausel entfernte, die Homosexualität mit Pädophilie in Verbindung brachte. Die Formulierung war von Menschenrechtsorganisationen als homophob und irreführend kritisiert worden.

Orbán nutzte den Moment, um zu behaupten, die Änderung sei Teil einer umfassenderen "kolonialen" Agenda und diene dazu, traditionelle Familienwerte zu schwächen. Er bot keine Alternative zur überarbeiteten Gesetzgebung an, sodass seine Anhänger ohne konkrete politische Richtung zurückblieben.

Drohungen gegenüber dem Anti‑Korruptionsamt

Später am Sonntag erschien Orbán in einer Fernsehsendung von Zsolt Bayer, einem für seinen konfrontativen Stil bekannten Kommentator. Im Interview warnte Orbán das Personal des Nationalen Amtes für Vermögensschutz und -rückholung, ein von der Tisza‑Regierung geschaffenes Organ zur Korruptionsbekämpfung, dass es zur Rechenschaft gezogen, überwacht und gegebenenfalls öffentlich bloßgestellt werden könne.

Das Amt, das erst wenige Wochen zuvor eingerichtet wurde, hat bereits die Wut von Fidesz‑Loyalisten auf sich gezogen, die seine Ermittlungen als politisch motiviert ansehen. Orbáns Äußerungen spiegeln frühere Behauptungen wider, das Amt sei ein Werkzeug, um Oppositionsfiguren zu treffen.

Wirtschaftliche Verbindungen und Verhaftungen

In verwandten Entwicklungen kündigte Lőrinc Mészáros, Ungarns reichster Unternehmer und langjähriger Verbündeter Orbáns, seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Tisza‑Verwaltung an. Mészáros, oft als der wichtigste Oligarch des Ministerpräsidenten bezeichnet, steht wegen seiner umfangreichen Beteiligungen im Bau- und Mediensektor unter Beobachtung.

Die Polizei nahm zudem einen Milliardär fest, der zuvor mit dem Schwiegersohn Orbáns, István Tiborcz, Geschäfte gemacht hatte, im Zusammenhang mit einer separaten Korruptionsuntersuchung. Die Verhaftung unterstreicht die verstärkte Aufmerksamkeit für Finanzdelikte unter der neuen Regierung.

Mögliches Öffnen für gleichgeschlechtliche Adoptionen

Obwohl die Kinderschutzänderung die homophobe Klausel entfernte, bleibt das übergeordnete rechtliche Rahmenwerk für gleichgeschlechtliche Paare unverändert. Magyars Ministerium hat angedeutet, dass die Reform den Weg für zukünftige Gesetze ebnen könnte, die gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption ermöglichen, ein Schritt, der von Ungarns traditionell konservativem Familienrecht abweichen würde.

Union‑ und LGBT‑Organisationen begrüßten die Entfernung der diskriminierenden Formulierung, warnen jedoch, dass substanzielle Veränderungen weitere parlamentarische Maßnahmen erfordern. Ohne klare Adoptionsrechte sei die Änderung lediglich symbolisch.

Politischer Kontext und Ausblick

Orbáns Rückkehr auf die politische Bühne fällt in eine Phase intensiver Gesetzgebungsaktivität der Tisza‑Regierung, die bereits zehn russische Diplomaten ausgewiesen und begonnen hat, die regionalen Machtbasen der Fidesz zu zerschlagen. Die Rhetorik des ehemaligen Ministerpräsidenten deutet auf einen Wandel von defensiver Haltung zu einer konfrontativeren Vorgehensweise hin, wobei er warnte, dass "Widerstand und Kampf jetzt beginnen würden".

Analysten sehen Orbáns Strategie darin, seine Relevanz bei seiner Basis zu erhalten, während die Opposition versucht, die nach der Wahl im April erzielten Fortschritte zu festigen. Das Fehlen neuer Politikvorschläge lässt jedoch viele in der Fidesz über die zukünftige Ausrichtung der Partei im kommenden Quartal im Unklaren.

Für Arbeitnehmer und Haushalte ist die unmittelbare Auswirkung dieser Entwicklungen begrenzt. Die Entfernung der homophoben Sprache aus dem Kinderschutzgesetz ändert weder Sozialleistungen noch Arbeitsbedingungen. Doch der breitere politische Kampf um die Rolle des Staates, ausländischen Einfluss und Anti‑Korruptionsmaßnahmen könnte zukünftige Finanzpolitiken, die Finanzierung öffentlicher Dienste und das regulatorische Umfeld für Unternehmen in der gesamten EU prägen.

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