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Vol. XV · N°259
Mittwoch, 16. September 2026
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Welt13. August 2026

Ukraine erobert 26 Dörfer und 745 km² im Oleksandrivka‑Sektor zurück

Präsident Wolodymyr Selenskyj verkündete, dass die ukrainischen Streitkräfte im Oleksandrivka‑Gebiet rund 745 km² zurückerobert haben.

Ukraine erobert 26 Dörfer und 745 km² im Oleksandrivka‑Sektor zurück

Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte am Mittwoch mit, dass die ukrainischen Streitkräfte 26 Dörfer und etwa 745 km² Land im Oleksandrivka‑Gebiet zurückerobert haben. Das zurückgewonnene Gebiet erstreckt sich zwischen den Ortschaften Novopawlivka und Ternuwate und reicht in Richtung Velyka Novosilka. Die meisten Dörfer liegen in der Oblast Dnipropetrowsk, ein kleinerer Teil befindet sich in den Oblasten Saporischschja und Donezk.

Umfang des Gewinns

Selenskyj bezeichnete die Operation als den bedeutendsten territorialen Zugewinn der Ukraine seit der Kharkiv‑Kherson‑Offensive im Herbst 2022. Das zurückeroberte Gebiet übertrifft die 376 km², die im Sommer 2023 während der Gegenoffensive befreit wurden, sowie die 900 km², die kurzzeitig im Zuge des ukrainischen Vorstoßes in die russische Oblast Kursk im Jahr 2024 gehalten wurden, wie die zitierten Berichte zeigen.

Laut der OSINT‑Plattform DeepState UA hat die ukrainische Kontrolle im Sektor um 241 km² zugenommen, während das von Russland gehaltene Gebiet um 118 km² geschrumpft ist. Das Institute for the Study of War (ISW) verzeichnet seit Beginn der Offensive am 29. Januar einen Gesamtzuwachs von 627 km² und betont, dass die Operation unter strenger operativer Sicherheit durchgeführt wurde.

Verluste und Kampfleistung

Selenskyj gab an, dass ukrainische Truppen während des sechsmonatigen Vorstoßes 9.550 russische Soldaten getötet und 6.600 verwundet haben. Der Militäranalyst Bohdan Myroshnykov lobte die Leistung von Luftsturmtruppen, Marineeinheiten, mechanisierten Einheiten und Drohnenpiloten und stellte fest, dass sie äußerst gut agierten.

Ukrainische Truppen haben alle Dnipropetrowsk‑Ortschaften von russischen Kräften befreit, mit Ausnahme des Dorfes Dachne, wobei einige umkämpfte Zonen weiterhin bestehen. Die heftigsten Kämpfe finden nach wie vor rund um die großen Städte des Donbas statt; der Oleksandrivka‑Sektor ist nicht das Hauptkampfgebiet.

Operative Sicherheit und Informationsmanagement

Der französische OSINT‑Spezialist Clément Molin bemerkte, dass nur das Skala‑Regiment Bildmaterial der Operation veröffentlichte, während andere Einheiten schweigen blieben. Er argumentierte, dass die umfassende OPSEC darauf abziele, den Fokus auf das Schlachtfeld statt auf mediale Kontrolle zu lenken.

Der ukrainische Generalstab, nun unter General Mykhailo Drapatyi, hat aufgehört, detaillierte Zahlen zu russischen Raketenangriffen zu veröffentlichen und berichtet nur noch über Waffentypen. Der Sprecher der Luftwaffe, Yurii Ihnat, warnte, dass die Bekanntgabe einer Null‑Abfangrate bei einem großen Raketensalve russische Propaganda befeuern und die ukrainische Bevölkerung demoralisieren würde.

Strategische Implikationen

Der US‑Analyst Rob Lee stellte fest, dass die ukrainischen Vorstöße im Februar und Mai im Sektor die russischen Fortschritte an der Front übertrafen, der Gesamteffekt jedoch begrenzt bleibe, weil keine Städte zurückerobert wurden und die Frontlinie noch weit von strategischen Zielen entfernt sei.

Das ISW führt den Fortschritt auf bessere Planung, wirksamere Zielerfassung russischer Luftverteidigung, Mittelstreckenangriffe auf Logistikzentren, überlegene Drohnentaktiken und die Störung russischer Starlink‑Kommunikation im Februar zurück.

Europäische Regierungen sehen die Gewinne als Beleg dafür, dass die fortgesetzte westliche Militärhilfe, insbesondere Luftverteidigungssysteme, Drohnen und Aufklärung, weiterhin entscheidend ist. EU‑Beamte betonen einen ganzheitlichen Ansatz, der militärische Unterstützung mit diplomatischem Druck auf Moskau kombiniert, und die ukrainische Meldung könnte Forderungen nach zusätzlichen Sanktionen stärken, die sich gegen russische Logistik und Rüstungsbeschaffung richten, Sektoren, die das ISW als wesentlich für die russische Kriegsführung identifiziert.

Humaner Aspekt

Lokale Behörden in den befreiten Dörfern arbeiten an der Wiederherstellung grundlegender Dienste; die Infrastruktur wurde stark beschädigt und die Räumung von Minen dauert an. Bewohner berichten von einer Mischung aus Erleichterung und Sorge über mögliche russische Gegenangriffe.

Russisch‑nahe Medien haben die ukrainische Ankündigung weitgehend ignoriert, beschreiben die Front als statisch und geben nur vage Hinweise auf vorübergehende Rückschläge.

Fazit

Die Oleksandrivka‑Operation wird als der bedeutendste territoriale Zugewinn der Ukraine seit 2022 bezeichnet, stellt jedoch keine Bedrohung für die großen östlichen Städte dar. Während die Ukraine die operative Sicherheit weiter verschärft, werden Analysten zunehmend auf Satellitenbilder, OSINT‑Gruppen und gelegentliche offizielle Briefings zurückgreifen, um die sich entwickelnde Lage zu beurteilen.

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