● LIVEECB RATE 2.65%·EUR/USD 1.1460·EUR/GBP 0.8588·BRUSSELS 20°C — CLEAR·RUSSISCHE OFFENSIVE UM DOBROPILLIA INTENSIVIERT SICH, WÄHREND DIE UKRAINE SICH AUF DEN HERBSTKAMPF VORBEREITET·ORBÁN KEHRT NACH UNGARN ZURÜCK, KRITISIERT NEUES KINDERSCHUTZGESETZ UND AMT FÜR VERMÖGENSRÜCKHOLUNG·EU WILL DATENSCHUTZSCHUTZ LOCKERN, WÄHREND ALGORITHMISCHE BEWERTUNG IN ALLTAG EINZIEHT·MERZ STEHT UNTER WACHSENDEM DRUCK, WÄHREND DIE AFD VOR DEN LANDTAGSWAHLEN IN DEUTSCHLAND ANZIEHT·MALTESISCHES GERICHT SPRICHT MUTMASSLICHEN DRAHTZIEHER IM MORD AN DAPHNE CARUANA GALIZIA FREI, EU‑WEITE EMPÖRUNG ENTBRENNT·VON DER LEYEN SKIZZIERT EU‑PRIORITÄTEN IN VERTEIDIGUNG, HANDEL UND KLIMA IN STRASSBURGER REDE·WOCHE 38 · VOL. XV · N°261·● LIVEECB RATE 2.65%·EUR/USD 1.1460·EUR/GBP 0.8588·BRUSSELS 20°C — CLEAR·RUSSISCHE OFFENSIVE UM DOBROPILLIA INTENSIVIERT SICH, WÄHREND DIE UKRAINE SICH AUF DEN HERBSTKAMPF VORBEREITET·ORBÁN KEHRT NACH UNGARN ZURÜCK, KRITISIERT NEUES KINDERSCHUTZGESETZ UND AMT FÜR VERMÖGENSRÜCKHOLUNG·EU WILL DATENSCHUTZSCHUTZ LOCKERN, WÄHREND ALGORITHMISCHE BEWERTUNG IN ALLTAG EINZIEHT·MERZ STEHT UNTER WACHSENDEM DRUCK, WÄHREND DIE AFD VOR DEN LANDTAGSWAHLEN IN DEUTSCHLAND ANZIEHT·MALTESISCHES GERICHT SPRICHT MUTMASSLICHEN DRAHTZIEHER IM MORD AN DAPHNE CARUANA GALIZIA FREI, EU‑WEITE EMPÖRUNG ENTBRENNT·VON DER LEYEN SKIZZIERT EU‑PRIORITÄTEN IN VERTEIDIGUNG, HANDEL UND KLIMA IN STRASSBURGER REDE·WOCHE 38 · VOL. XV · N°261·
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Vol. XV · N°261
Freitag, 18. September 2026
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Wirtschaft18. September 2026

EU plant altersbasierte Beschränkungen für die Nutzung sozialer Medien durch Kinder unter 15 Jahren

Ein Entwurf der Europäischen Kommission will die tägliche Nutzung von Plattformen für 13‑ bis 15‑Jährige auf eine Stunde begrenzen und eine altersbasierte Verifizierung einführen.

EU plant altersbasierte Beschränkungen für die Nutzung sozialer Medien durch Kinder unter 15 Jahren

Ursula von der Leyen hat am Donnerstag einen Gesetzentwurf der Europäischen Kommission vorgestellt, der Personen unter 15 Jahren den Zugang zu gängigen sozialen Medien ohne ausdrückliche Zustimmung der Eltern verbietet. Die Maßnahme, die Teil des sogenannten „EU Kids Act" ist, begrenzt die tägliche Nutzung von Plattformen für 13‑ bis 15‑Jährige auf eine Stunde und verlangt ein Redesign von Funktionen, die als süchtig machend gelten.

Umfang des Vorhabens

Die Initiative richtet sich nicht nur an Facebook, Instagram und TikTok, sondern umfasst auch Video‑Sharing‑Seiten wie YouTube, Online‑Gaming‑Umgebungen wie Roblox und generative KI‑Tools wie ChatGPT. Die Kommission betont, dass die Regeln dazu dienen sollen, die vier‑ bis sechs‑stündigen täglichen Bildschirmzeiten zu reduzieren, die aktuelle Umfragen für europäische Kinder als typisch bezeichnen, insbesondere für solche, die bereits vor dem zehnten Lebensjahr online gingen.

Wie die neuen Regeln funktionieren sollen

Nach dem Entwurf muss jede Plattform das Alter der Nutzer prüfen, bevor sie Zugang gewährt. Die Kommission will ein zentrales Altersverifizierungs‑Tool bereitstellen, das ein Ausweisdokument mit einem Gesichtsfoto abgleicht. Der Dienst soll von einem Drittanbieter betrieben werden, wobei die Plattform selbst keine personenbezogenen Daten speichert.

Für Nutzer im Alter von 13 bis 15 Jahren ist der Zugang nur möglich, wenn ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter dieselbe Verifizierung autorisiert. Selbst dann darf das Kind nicht mehr als eine Stunde pro Tag auf dem Dienst verbringen, und die Plattform muss Funktionen, die endloses Scrollen oder andere potenziell süchtig machende Verhaltensweisen fördern, abschalten oder einschränken, ein Prinzip, das die Kommission als „Safety by Design" bezeichnet.

Durchsetzung und Unternehmensverantwortung

Die Einhaltung liegt in der Verantwortung der Plattformen selbst. Unternehmen müssen der Kommission nachweisen, dass sie die identifizierten Funktionen entfernt oder eingeschränkt haben und dass ihr Altersverifizierungssystem den geforderten Standards entspricht. Verstöße könnten nach den bestehenden EU‑Regeln für digitale Dienste zu Geldstrafen führen.

Kritiker weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit stark von der Bereitschaft der Eltern abhängt, die Grenzen zu respektieren. "Wenn ein Elternteil das Konto einfach entsperrt, bricht das ganze System zusammen", sagte ein Digital‑Rights‑Analyst, der anonym bleiben wollte. Der Entwurf sieht keine Strafen für Eltern vor, die die Regeln umgehen.

Rolle der nationalen Regierungen

Der Gesetzentwurf muss vom Europäischen Parlament und dem Rat der 27 Mitgliedstaaten genehmigt werden. Einige Länder, etwa Estland, äußern Bedenken gegenüber schweren Verpflichtungen für Technologieunternehmen und befürchten, dass die Maßnahmen Innovation ersticken oder administrative Belastungen schaffen könnten.

Reaktionen aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft

Digital‑Rights‑Gruppen begrüßen das Ziel, Kinder zu schützen, kritisieren jedoch die enge Fokussierung auf unter 15-Jährige. Die europäische Organisation European Digital Rights (EDRi) argumentiert, dass schädliche Design‑Features für alle Nutzer adressiert werden sollten und warnt, dass verpflichtende Altersverifizierung neue Datenschutz‑ und Sicherheitsrisiken mit sich bringen könnte.

Vertreter großer Plattformen äußern ähnliche Bedenken. Sie warnen, dass ein verpflichtendes Verifizierungssystem Datenlecks begünstigen und dass die Neugestaltung zentraler Funktionen technisch komplex und kostenintensiv sei. Stattdessen schlagen sie vor, zunächst den bestehenden Digital Services Act durchzusetzen, der Plattformen bereits zur Bekämpfung illegaler Inhalte und Desinformation verpflichtet.

Gewerkschaften und Kinder‑Wohlfahrts‑NGOs unterstützen stärkere Schutzmaßnahmen. Der Europäische Gewerkschaftsbund erklärte, der Entwurf erkenne den realen Schaden, den übermäßige Bildschirmzeit für die psychische Gesundheit und Entwicklung junger Menschen verursachen kann. Der Europäische Kinderombudsmann forderte eine rasche Verabschiedung und betonte, dass das Recht von Kindern auf Privatsphäre und Sicherheit im Netz gewahrt werden müsse.

Politischer Kontext und nächste Schritte

Der Entwurf baut auf Empfehlungen des Berichts des Europäischen Parlaments von 2023 auf, der ein Mindestalter von 16 Jahren für eigenständige Social‑Media‑Nutzung forderte. Die Entscheidung der Kommission, die Schwelle bei 15 Jahren zu setzen und für ältere Jugendliche ein einstündiges Tageslimit zu etablieren, stellt einen Kompromiss dar, der Kinderschutz mit den Realitäten des digitalen Konsums in Einklang bringen soll.

Abgeordnete der Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten haben den Entwurf stark unterstützt, während Mitglieder der Europäischen Volkspartei zu einem flexibleren Ansatz aufgerufen haben, der den Mitgliedstaaten mehr Spielraum bei der nationalen Umsetzung gibt.

Die Gesetzgeber werden den Text nun im Ausschuss debattieren, wobei Änderungen zum Umfang der Altersverifizierung, zu Datenspeicher‑Sicherungsmaßnahmen und zur Definition von "süchtig machenden" Funktionen erwartet werden. Übersteht der Entwurf die Abstimmung im Parlament und erhält die Zustimmung des Rates, könnte er bereits Mitte 2025 in Kraft treten.

Auswirkungen für europäische Haushalte

Für Familien könnte der Entwurf bedeuten, dass Kinder ihre Interaktion mit digitalen Medien neu organisieren müssen. Eltern müssten Verifizierungs‑Apps verwalten und die tägliche Nutzung überwachen, was zusätzlichen administrativen Aufwand bedeutet. Befürworter argumentieren, dass die Beschränkungen den Druck auf Kinder mindern, die derzeit mehrere Stunden täglich auf Plattformen verbringen, und mehr Zeit für Bildung, körperliche Aktivität und offline soziale Kontakte schaffen.

Aus wirtschaftlicher Sicht könnten die Regeln Technologieunternehmen dazu zwingen, in neue Compliance‑Infrastrukturen zu investieren, was die Betriebskosten erhöht. Besonders kleine Start‑ups könnten die Anforderungen als belastend empfinden, was Fragen zu Markteintritts‑Barrieren und Wettbewerb aufwirft.

Die Kommission bleibt jedoch überzeugt, dass die langfristigen Vorteile, geringere psychische Gesundheitsrisiken für junge Menschen, weniger gezielte Werbung und ein gesünderes digitales Ökosystem, die kurzfristigen Kosten für Unternehmen überwiegen.

Ausblick

Während die Debatte weitergeht, bleibt die zentrale Frage, ob die EU ein paneuropäisches Altersverifizierungssystem durchsetzen kann, das die Privatsphäre respektiert, Kinder schützt und Innovation nicht unverhältnismäßig hemmt. Das Ergebnis dürfte einen Maßstab für andere Regionen setzen, die vor derselben Herausforderung stehen.

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