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Vol. XV · N°259
Mittwoch, 16. September 2026
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Wirtschaft18. August 2026

Griechischer Reeder Dynagas hält russisches LNG trotz EU‑Sanktionen nach Europa

Dynagas transportierte von Januar bis Juli 2024 53 russische LNG‑Ladungen im Wert von rund 2,35 Milliarden Euro nach Europa.

Griechischer Reeder Dynagas hält russisches LNG trotz EU‑Sanktionen nach Europa

Zwischen Januar und Juli 2024 hat Dynagas, das griechische Schifffahrtsunternehmen von George Prokopiou, 53 Ladungen russischen arktischen LNGs zu europäischen Häfen befördert. Alle Lieferungen stammten vom Yamal‑LNG‑Terminal in Sabetta und werden laut Kpler‑Daten, die die deutsche Kampagnengruppe Urgewald am 18. August 2024 veröffentlicht hat, mit etwa 2,35 Milliarden Euro bewertet.

Ein erheblicher Anteil am europäischen LNG‑Handel

Yamal LNG verschickte im Jahr 2024 insgesamt 162 Ladungen, von denen 149, also 92,1 %, für Europa bestimmt waren und einen Wert von rund 6,64 Milliarden Euro hatten. Dynagas war für 57 dieser Lieferungen verantwortlich, was mehr als ein Drittel des nach Europa gerichteten Volumens ausmacht. Das Unternehmen ist das einzige in der EU registrierte Schiff, das diese Route bedient; weitere Betreiber sind das britische Unternehmen Seapeak, das zu Stonepeak gehört, und Japans Mitsui OSK Lines.

Kritik von Umweltaktivisten

Die Bedeutung dieses Handels hat Umweltkampagnen auf den Plan gerufen. Alexander Kirk von Urgewald argumentiert, dass Europa seit dem Einmarsch mehr als vier Jahre Zeit gehabt habe, alternative Lieferungen zu sichern, und dass die Zahlung von Milliarden für russisches Gas inakzeptabel sei. Er warnt, dass die fortgesetzte Abhängigkeit von russischem LNG die europäische Energiewende und die Preisstabilität untergrabe.

Griechenlands Veto und die Ausnahmeregelung

Im Juli 2024 hat Griechenland das 21. Sanktionen‑Paket der EU blockiert, weil es ein generelles Verbot für den Transport von russischem LNG enthielt. Griechische Beamte warnten, dass ein solches Verbot Dynagas schwer schädigen würde. Ein Kompromiss führte zu einer Ausnahme, die EU‑Reedereien erlaubt, russisches LNG an Nicht‑EU‑Käufer zu liefern, sofern die Verträge vor Februar 2022 abgeschlossen wurden. Diese Ausnahme gilt bis zum 25. Juli 2027 und wird jedes Jahr automatisch verlängert, sofern der EU‑Rat nichts anderes beschließt, wodurch Dynagas effektiv vor dem breiteren Verbot geschützt ist. Das Centre for Research on Energy and Clean Air berichtete, dass Dynagas im Vorjahr 96 % des Handels abdeckte, der von der Ausnahme erfasst wurde.

Flotte und frühere Sanktionen

Dynagas betreibt eine Flotte von 27 Gasschiffen. Die Muttergesellschaft Dynacom erzielte zwischen 2021 und 2023 laut Financial Times mindestens 915 Millionen US‑Dollar (789 Millionen Euro) aus russischem Rohöl. Drei der eisfähigen Schiffe von Dynagas, Clean Ocean, Clean Vision und Clean Planet, wurden seit Oktober 2023 von britischen Häfen sowie von Versicherungs‑ und Rückversicherungs­märkten ausgeschlossen, weil sie russisches LNG transportierten.

Zukünftige Verbote und Branchenbedenken

Das Vereinigte Königreich plant, ab Januar 2025 ein umfassenderes Verbot für die Betreuung des russischen LNG‑Handels einzuführen, parallel zu einem EU‑Importverbot, das 92 % der europäischen Yamal‑Lieferungen in diesem Jahr abschneiden soll. Das griechische Veto folgt auf frühere Ausnahmen für Ungarn und die Slowakei im Jahr 2022, die den Transport von russischem Rohöl durch die Druzhba‑Pipeline erlaubten und weiterhin gelten.

Gewerkschaften und Umweltorganisationen fordern eine strengere Durchsetzung der Sanktionen und das Schließen von Schlupflöchern, die einem einzelnen Reeder Gewinne aus russischer Energie ermöglichen. Branchenverbände warnen, dass ein plötzliches Ende der russischen LNG‑Lieferungen die Energiemärkte destabilisieren und maritime Arbeitsplätze in ganz Europa gefährden könnte.

Ausblick

Die EU plant, im nächsten Jahr die Importe von russischem LNG zu beenden, und der Status der Dynagas‑Ausnahme wird voraussichtlich ein zentrales Thema in den bevorstehenden Energie‑Politik‑Verhandlungen sein. Das Ergebnis wird die europäischen Energiepreise, die Versorgungssicherheit und die Kosten der Umstellung auf grünere Energiequellen prägen.

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